Klaus Rohde Erinnerungen VI. Heron Island und University of New England

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Heron Island liegt am südlichen Ende des Grossen Barriere Riffes, eines Gebietes mit enormer Biodiversität. Einer der mehr als 900 um Heron Island nachgewiesenen Fischarten ist der hier gezeigte crown trigger fish. Unterwasserphoto von Klaus Rohde.



Heron Island, Unterwasserphoto mit Korallen und Putzerfisch. Photo Klaus Rohde.



Heron Island, nistende Seeschwalben. Dies ist nur eine der Vogelarten, die in grossen Zahlen auf Heron Island nisten. Photo Klaus Rohde.

Heron Island

Anfang 1973 kehrte ich aus dem Sudan nach Australien zurück, um die Stelle des Direktors der Heron Island Research Station anzutreten. Die Insel ist ein Korallen-Cay, etwa 8-900m lang und 300m breit, umgeben von einem grossen, etwa 16km langen Korallenriff. Sie gehört zur Capricorn-Gruppe von Koralleninseln am südlichen Ende des Grossen Barriere-Riffes, von Gladstone in Queensland mit dem Hubschrauber oder Schiff zu erreichen. Die Schiffsfahrt dauerte zu meiner Zeit mehr als sechs Stunden, der Flug etwa eine halbe bis zu einer dreiviertel Stunde. Die Forschungststation ist eine der bedeutendsten Zentren für Korallenriff-Forschung der Welt und hatte, zu meiner Zeit, kleinere Kabinen für Wissenschaftler und grössere für Studentengruppen. Neben dem Direktor gab es einen Werkstattsmeister, eine teilzeitliche Sekretärin, und drei Leute, die sich um das Sauberhalten und die allgemeine Instatthaltung der Station kümmerten. Zweimal täglich gaben wir Wettermessungen an das Australian Bureau of Meteorology durch. Ich hatte zwei persönliche wissenschaftliche Assistenten, bezahlt von der University of Queensland und einem Forschungsstipendium. Als ich dort anfing, hatten wir ein Boot mit zwei Aussenbordmotoren und ein kleineres Boot. Dazu kam später ein grösseres Boot (die “Challenger”) mit einem Kapitän und Bootsmann, das etwa 20 Leute transportieren konnte. Elektrizität wurde durch unsere eigenen Generatoren erzeugt, die nachts abgestellt wurden. Wasser wurde in Regenwassertanks gespeichert, zur Versorgung der Aquarien wurde Seewasser in Tanks gepumpt. Ferner gab es ein Laboratorium, Küche und Essaal für die Besucher, und Häuser für den Direktor und Werkstattsmeister. – Neben der Forschungsstation stand ein Hotel, das zu meiner Zeit etwa 60 Gäste beherbergen konnte. Nahrungsmittel kamen per Schiff aus Gladstone. – Die Telefonverbindung zum Festland war sporadisch. Während der Zyklonsaison Januar-Februar blieben nur das fest angestellte Personal der Forschungsstation wie auch des Hotels auf der Insel.

Heron Island, ein etwa 900x300m grosser “cay” am südlichen Ende des Grossen Barriere Riffes, 1974, Vertikalaufnahme. Hafen oben links, Forschungsstation am oberen Ende links, Hotel rechts. Korallenriff um die Insel herum.Source (Quelle) RAAF No.2 squadron. Made available by Professor Peter Flood UNE Armidale, for public domain. Zur gemeinfreien Nutzung von Professor Peter Flood, UNE Armidale, zur Verfügung gestellt.



Heron Island um 1974, Aufnahme von einem Hubschrauber. Der Hafen mit dem Schiffswrack am Eingang. Photo Klaus Rohde.



Heron Island um 1974, Hubschrauber. Photo Klaus Rohde.



Heron Island Forschungsstation um 1975, Aquaria und, im Hintergrund, Laboratorium. Photo Klaus Rohde.



Heron Island, am Forschungsmikroskop.



Die Challenger vor Heron Island

Zu meinen Aufgaben gehörte auch, bei besonderen Anlässen Besuchergruppen oder berühmte Persönlichkeiten mit dem Korallenriff bekannt zu machen. Heron Island war für Besucher der University of Queensland, die etwas Exotisches sehen wollten, ein besonderer Anziehungspunkt. Unter anderem hatten wir zu verschiedenen Zeiten drei Nobelpreisträger auf der Insel, den Physiker Charlie Townes (Entdecker der Maser), den Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman, und den Schriftsteller William Golding (“Lord of the Flies”).



Heron Island um 1974, mit Besuchergruppe auf der “Hercules”

Studentengruppen verschiedener australischer Universitäten, und später auch einiger Schulen, benutzten die Station, um sich mit der enormen Vielfalt der Flora und Fauna bekannt zu machen. Um Heron Island sind mehr als 900 Fischarten nachgewiesen worden (im Vergleich dazu: Nordsee weniger als 200).

Im ersten Jahr auf Heron Island heiratete ich, und wir verbrachten unsere Flitterwochen auf der Marco Polo, einem Passagierschiff, das für das Internationale Korallenriff-Symposium gemietet worden war und eine 10-tägige Kreuzfahrt von Brisbane nach Lizard-Island im nördlichen Teil der Grossen Barriere Riffes und zurück machte, mit Stop auf der Rückreise vor Heron Island, wo wir das Schiff verliessen.

Forschungen

Die Forschungstation diente vielen international bedeutenden Wissenschaftler, vor allem Biologen und Geologen, als Basis für ihre Arbeiten. Unter anderem wurden dort bahnbrechende Arbeiten über die Rolle des inner- und zwischenartlichen Wettbewerbes von Korallen und Fischen durchgeführt, die sich über viele Jahre erstreckten (Professor Peter Sale, Professor Joe Connell, u.a.). Im Rahmen langjähriger Untersuchungen an einer Vogelart (silver eyes) durch Professor Jiro Kikkawa und seine Mitarbeiter und Studenten wurden alle Vögel dieser Art beringt und regelmässig jedes Jahr überprüft, um Aufschlüsse über die Populationsdynamik zu gewinnen.Meine eigenen Untersuchungen befassten sich mit der Taxonomie, Ökologie und Zoogeographie von Ektoparasiten, insbesondere der Hakensaugwürmer (Monogenea) von Fischen, aber auch anderen Meeresparasiten. Ich benutzte derartige Wirt-Parasitsysteme als ökologische Modelle zur Analysierung der Frage, welche Faktoren das Zusammenleben von Arten bestimmen, insbesondere der Bedeutung der zwischenartlicheh Konkurrenz. Meine Untersuchungen zeigten eindeutig, dass die Konkurrenz weit weniger wichtig als allgemein angenommen ist, da der “Nischenraum” weitgehend leer ist (siehe “leere ökologische Nische”) und Anpassungen, die das Auffinden von Paarungspartnern sichern, sind wichtiger als solche, die das Überleben im Konkurrenzkampf ermöglichen (Paarungstheorie der Nischenbegrenzung, siehe hier). Ausgehend von diesen Befunden stellte ich eine neue Hypothese zur Erklärung der Breitengradienten im Artenreichtum auf (warum ist der Artenreichtum in den Tropen um ein Vielfaches grösser in den Tropen als in kälteren Gegenden?). Ich postulierte, dass höhere Temperaturen die Evolution beschleunigen als Folge grösserer Mutationsraten, kürzerer Generationszeiten, und schnellerer Selektion (Auslese) in warmen Gegenden. Da Nischen weitgehend leer sind, führt dies nicht zur Verengung von Nischen in artenreichen Habitaten (siehe Hypothese der Breite-Nischenweite). Die Hypothese, obwohl zuerst mit einiger Skepsis aufgenommen, ist seitdem durch viele Untersuchungen bestätigt worden (siehe Hypothese der effektiven evolutionären Zeit). Sie steht im Widerspruch zu vielen allgemein verbreiteten ökologischen Annahmen und muss tatsächlich zu einem generellen Umdenken im Verstehen ökologischer Systeme führen. Übrigens wurde die entscheidende Arbeit von beiden Gutachtern mit fadenscheinigen, falschen Begründungen abgelehnt und erst auf meinen Einspruch vom Herausgeber der Zeitschrift Oikos angenommen. – Weitere auf Heron Island von mir durchgeführte Untersuchungen befassten sich mit der Populationsdynamik von Schnecken und ihren Saugwürmern, endogenen Rhythmen bei Schnecken, und der Taxonomie von Hakensaugwürmern, die zur Beschreibung einiger neuer Arten und Gattungen führten.

Breitengradienten im Artenreichtum von Meeresfischen. Beachte die viel grössere Artenzahl in den Tropen, insbesondere im Indopazifischen Ozean.

Besondere Ereignisse

Die abgelegene Lage der Insel (80 km vom Festland) in der Mitte des Barriereriffes hatte gewisse Vorfälle zur Folge, die sich mir eingeprägt haben. Während der Zyklonsaison im Januar-Februar blieben nur wenige Leute auf der Insel, Besucher der Station und des Hotels kamen nicht, und die Telefonverbindung war sowieso nur sporadisch. Regelmässig gab es Zyklonwarnungen über das Radio, in denen die augenblickliche Position und die voraussichtliche Route eines Zyklons (Wirbelsturmes) gemeldet wurden: immer sehr spannend, da der höchste Punkt der Insel ja nur wenige Meter über dem Höchstwasserspiegel lag. Der Grad der Gefahr hing wesentlich davon ab, ob der Sturm mit einer Spring – oder King-Flut, d.h. mit besonders hohen Fluten, zusammenfiel. Trotzdem waren diese Saisons die interessantesten, unter anderem deswegen, weil zu der Zeit die Grünen Seeschildkröten schlüpften: auf Heron Island brüteten diese Schildkröten in grossen Zahlen, und wie auf Kommando schlüpften die Jungen eines Geleges alle zur gleichen Zeit und versuchten, ihren Weg ins Meer zu finden. Einige Male mussten Hubschrauber mit Gästen auf dem Wasser notlanden, und die Rettung erfolgte – Gottseidank ohne Menschenverluste – per Schiff. Einmal flog ein Hubschreiber, der auf ein falsches Notsignal auf See reagierte, nachts mit dem Piloten ins Meer: der Pilot kam um. Einmal versuchten wir, mit dem Schiff des Hotels eine benachbarte Insel zu erreichen, um einem Kranken Hilfe zu leisten: der Versuch misslang wegen des stürmischen Wetters, und die Hilfeleistung erfolgte dann vom Festland. – Während eines Sturmes musste ich mit einem kleinen Boot durch einen Sturm von einer nahen Insel zurück nach Heron Island, über etwa 6km offenes Meer: am nächsten Tag fielen beide Aussenbordmotore aus; wäre das während der Fahrt passiert: ?????? Und schliesslich, als meine Frau und ich einen unserer letzten Flüge nach Heron Island machten, konnte der Pilot wegen Nebels die Insel nicht finden und musste nach Gladstone zurück; fast wäre ihm der Brennstoff ausgegangen.

Great Barrier Reef Committee und University of Queensland

Die Heron Island Research Station wurde zu meiner Zeit gemeinsam vom Great Barrier Reef Committee und der University of Queensland “verwaltet”, obwohl mein Gehalt von der Universität bezahlt wurde. Dies führte zu Reibereien, die mir eines lehrten: das Verhalten von Akademikern ist nicht nur in Deutschland oft nicht vorbildlich. Mein Vertrag war auf drei Jahre begrenzt und so war ich im letzten Jahr meines Vertrages wieder auf internationaler Stellensuche. Eine aussichtsreiche Sache an der Viktoria University in British Columbia, Canada, fiel in letzter Minute durch, weil die canadische Regierung ein neues Gesetz einführte, das Canadiern den Vorzug gegenüber Ausländern gab; eine mir angebotene ausgezeichnete Stelle in Durban, Südafrika, lehnte ich wegen der dortigen politischen Verhältnisse ab, und so entschied ich mich dann dafür, als lecturer (Dozent) an die University of New England zu gehen. Übrigens hatte ich mich, ohne Erfolg, auch an verschiedenen deutschen Universitäten beworben.

Zoologisches Institut, University of New England

Die University of New England war, als ich 1976 dorthin ging, die einzige nicht in einer der grossen australischen Städte gelegene Universität, ursprünglich als Campus der University of Sydney gegründet. Armidale ist eine kleine Stadt (damals so etwa 15000 Einwohner, heute fast 25000), 1000 m hoch gelegen, im nördlichen Teil von NSW (New South Wales). Mehrmals täglich geht ein Flugzeug nach Sydney (1 1/2 Stunde Flug), einmal täglich ein Zug ( 8 1/2 Stunde Fahrzeit). Die Stadt hat ein sehr reiches Kulturleben, mit einem Symphonieorchester, einem Jugendorchester, einem Chor, und einer hervorragenden Kunstgallerie. Zur Zeit hat die Universität etwa 15000 Studenten, die Mehrzahl Korrespondenzstudenten. Auf einigen Gebieten ist die Universität in Australien und sogar international führend. So haben zum Beispiel vor wenigen Jahren Wissenschaftler am archäologischen Institut den “Hobbit” beschrieben, eine ausgestorbene Menschenart aus Indonesien. Auch in der Zoologie sind viele bahnbrechende Untersuchungen gemacht worden.



University of New England, IT Gebäude links.

Ich begann als lecturer, wurde aber bald zum Associate Professor befördert und erhielt schliesslich einen “Personal Chair”, der aufgrund hervorragender wissenschaftlicher Leistungen verliehen wurde und heute in dieser Form an unserer Universität nicht mehr vergeben wird. 2001 wurde ich Professor emeritus.

Forschungen

Ich setzte meine auf Heron Island begonnenen Untersuchungen über die Ökologie und Zoogeographie von Meeresparasiten fort (die Unversität hat eine kleine Forschungsstation in der Nähe von Coffs Harbour, mit dem Auto in drei Stunden zu erreichen). Insbesondere aber widmete ich mich der Elektronenmikroskopie, um meine früheren lichtmikroskopischen Untersuchungen an den Sinnesrezeptoren und anderen Organsystemen von Platyhelminthen zu vertiefen, mit dem Ziel, zur Aufklärung der Phylogenie der niederen Wirbellosen beizutragen. Eine sehr fähige Mitarbeiterin war Nicki Watson, mit der gemeinsam ich so etwa 80 elektronenmikroskopische Arbeiten publizierte. Später wurden die phylogenetischen Untersuchungen erweitert durch Einbeziehung von DNA-Daten, gemeinsam mit Tim Littlewood des Natural History Museums, London. Ich beaufsichtigte auch eine beträchtliche Anzahl von Master-Kandidaten und Doktoranden. Viele Arbeiten sowohl über die Ultrastruktur wie auch die Taxonomie und Ökologie/Zoogeographie von freilebenden und parasitären Plattwürmern wurden veröffentlicht. – Weiterhin arbeitete ich, in Zusammenarbeit mit Dr. Georgi von der Ithaca-Universität in den USA, den Lebenszyklus des Amphiliniden Austramphilina elongataaus, von besonderem Interesse deswegen, weil es die einzige Bandwurmart ist, bei der die Larve von aussen in den Zwischenwirt dringt, ermöglicht durch das Zusammenspiel der sägeartigen Haken am Hinterende.



Lebenszyklus vonAustramphilina elongata. © Klaus Rohde

Bücher

Als Dozent-Professor in Armidale fand ich auch Zeit, einige Bücher zu schreiben oder herauszugeben, die zum Teil auf meinen eigenen Untersuchungen beruhen:

Ecology of Marine Parasites (1982). Queensland University Press, Brisbane.Malayisch-indonesische Übesetzung: Ecologi Parasit Laut. Dewan Bahasa dan Pustaka, Kuala Lumpur 1991. Ecology of Marine Parasites zweite Auflage (1993). CAB International Wallingford, Oxon.

Nonequilibrium Ecology (2005). Cambridge University Press, Cambridge. http://www.cambridge.org/9780521674553

Marine Parasitology (Hrsg.) (2005). CSIRO Melbourne und CAB International Wallingord, Oxon. http://www.publish.csiro.au/pid/5045.htm



Ein deutsches humoristisch-satirisches Buch: Satire, Politik und Kunst: http://www.lulu.com/content/378808-Titelseite von Satire, Politik und Kunst.

Ecology of Marine Parasites war über viele Jahre das internationale Standard-Buch auf dem Gebiet, und jetzt ist es Marine Parasitology.

Ehrungen

Schon als Direktor der Heron Island Research Station erhielt ich von der University of Queensland den Grad eines DSc. (Doctor of Science) für meine zoologisch/parasitologischen Untersuchungen. Dieser Grad geht über den des einfachen PhD hinaus und wird nur für hervorragende wissenschaftliche Verdienste verliehen. Die Royal Society of New South Wales verlieh mir die Clarke Medaille, die in jedem Jahr rotierend entweder an einen Geologen, Botaniker oder Zoologen gegeben wird, und ich erhielt die inaugurale (erste) Belohnung für “Excellence in Science” (hervorragende Leistungen in den Wissenschaften) des Rektors der University of New England. Auch sind zahlreiche Arten, Gattungen und eine Unterfamilie von Parasiten nach mir benannt, als Anerkennung für meine Beiträge zur Taxonomie (siehe hier).

Kunst

In Armidale hatte ich mehr Zeit für künstlerische Aktivitäten. Meine Frau schenkte mir eine Druckpresse und ich produzierte Linolschnitte, Holzschnitte und vor allem viele Radierungen mit einer neuen Technik, in der nicht Chemikalien sondern Sonnenlicht für das Ätzen der Platten benutzt wird. Auch Aquarelle und Federzeichnungen blieben meine Favoriten. Ich hatte einigen Erfolg mit Ausstellungen: eine grosse Soloausstellung im NERAM (New England Regional Art Museum in Armidale), der zur Zeit grössten Gallerie ausserhalb der australischen Grosstädte, und gemeinsame Ausstellungen mit anderen Künstlern in Heidelberg und an Colleges in den USA (eine Wanderausstellung über “ökologische Kunst”).

Rückblick

Die sich mit meinen Erinnerungen befassenden Knols enthalten nichts über die von mir unternommenen zahlreichen Reisen. Zum Beispiel trat ich bald, nachdem ich die Stellung in Armidale angetreten hatte, einen einjährigen Studienurlaub an, der mich nach Israel, Deutschland, Brasilien, Argentinien, Chile und Tahiti führte. Die mir alle zwei Jahre zustehenden Studienurlaube in Malaysia benutzte ich, um wiederholt Thailand (mit dem Auto, der Bahn, dem Flugzeug) zu besuchen, sowie Cambodia, Burma, Nepal, Indien, Iran, Afghanistan, Türkei, England, Japan, Hongkong, USA. Auch besuchte ich NeuSeeland, Indonesien, Vietnam, Marokko, verschiedene europäische Länder, Canada, Mexiko. In vielen dieser Länder wie Brasilien, Argentinien/Uruguay und Mexiko verbrachte ich längere Zeit, und in vielen waren zu der Zeit sehr wenige Touristen anzutreffen. Einladungen zu Kongressen führten mich wiederholt nach Amerika, Japan und Europa. In einem folgenden Knol (“Rückblick”) werde ich ausführen, wie sich die in den bisherigen Knols geschilderten sowie die auf Reisen gewonnenen Erfahrungen auf meine Weltanschauung niedergeschlagen haben. Insbesondere werde ich die Frage beantworten, warum ich trotz 40 Jahren Aufenthalt in Australien noch immer deutscher Staatsbürger bin, obwohl ich jederzeit die australische Staatsangehörigkeit annehmen könnte, und trotz der an deutschen Universitäten gemachten, nicht immer erfreulichen, Erfahrungen.

Andere Teile meiner Erinnerungen hier.

9 Comments

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  1. Lena Waider

    Einige Fragen — Hallo Klaus, ein sehr interessanter Bericht, den ich mit viel Freude gelesen habe. Allerdings drängten sich mir etliche Fragen auf, die jedoch mehr die persönlichen Aspekte des Lebens dort betreffen (von deiner wiss. Arbeit weiß ich mittlerweile schon einiges) – so sind wir Frauen nun mal. ;-)Die Insel ist 900x300m. Zum Vergleich: Juist ist 17kmx500m, und selbst die erleben viele Inselbewohner als zu einengend. War das bei dir nicht so? Und wie erging es deiner Frau dabei? Wenn ihr im ersten Jahr deiner Heron-Zeit auf Heron-Island geheiratet habt, dann hat sie doch bestimmt dort ebenfalls gewohnt. Als Forschungsmitarbeiterin erwähnst du sie nicht, und andere Jobs gab es ja wohl kaum. Du warst vermutlich den ganzen Tag mit Forschung beschäftigt, häufiger auf oder im Wasser, dann könnte einem das ein Stück weit egal sein (siehe Ölplattformen). Aber was macht man dort den ganzen Tag als Ehefrau (bei 900x300m)?Dann schreibst du etwas von einer teilzeitlichen Sekretärn. Die musste dort doch genauso leben. Auf 900x300m leben und einen Teilzeit-Job haben? Stelle ich mir ebenfalls nicht einfach vor.Gab es dort auch Geschäfte, sagen wir mal, um sich eine neue Jeans zu kaufen?”Regelmässig gab es Zyklonwarnungen über das Radio …”Gab es dort Fernsehen?Schließlich: “immer sehr spannend, da der höchste Punkt der Insel ja nur wenige Meter über dem Höchstwasserspiegel lag. Der Grad der Gefahr hing wesentlich davon ab, ob der Sturm mit einer Spring – oder King-Flut, d.h. mit besonders hohen Fluten, zusammenfiel.”Lagen denn dort die Häuser? Und waren die nicht sturmgefährdet (damit meine ich den Wind)? Wie darf ich mir das vorstellen: Trafen sich die verbliebenen Inselbewohner während eines Taifuns an einem besonders sicheren (?) Ort, um den Sturm zu überstehen?Interessant auch, was du zum Verhalten von Akademikern und deinen diversen Bewerbungsversuchen auch in Deutschland schreibst.LG Lena

    • Lena Waider

      Eine Anmerkung noch (hat nichts mit dem Thema zu tun): Peter pflegt neuerdings eine Knol-Bug-Liste in deutsch:http://knol.google.com/k/peter-mersch/knol-bugs-und-funktionsverluste/6u2bxygsjec7/94Einige Probleme könnten auch dich betreffen: Wenn du weiterhin fleißig Artikel produzierst, könntest du deinen Status als Autor mit höchster Qualität verlieren. Peter ist das bereits passiert. Außerdem werden deine neuen Artikel nicht unter “Was gibt’s Neues?” geführt. Deshalb waren sie mir bislang auch nicht aufgefallen.LG Lena

    • Klaus Rohde

      Fernsehen: Nein. Telefon: sporadisch. Fax: nein. Komputer: nein. Häuser waren immer sturmgefährdet und es gab keine besonders sicheren Plätze. Geschäfte gab es nicht, alles musste in Gladstone bestellt werden und kam per Schiff. Sekretärin: sie war die Frau des Werkstattmeisters. Meine Frau machte die Wettermessungen und gab sie durch, was allerdings nicht mehr als eine halbe Stunde dauerte. Sie half mir auch bei meinen Arbeiten (z.B. Tippen meiner Arbeiten) und auf der Station (unbezahlt). Ausserdem machte sie einen Universitätskursus per Korrespodenz. Oft hatten wir interessante Gäste zum Essen im Haus, usw.Deutsche Artikel werden selten unter Neuem gezeigt. Wenn ich meinen Rank erhöhen wollte, brauchte ich nur alle meine deutschen Artikel und diejenigen über Philosophie usw. herausnehmen. Aber da mir der Rank s…egal ist, mache ich so weiter wie bisher.

    • Klaus Rohde

      Ich hatte vergessen: Mehrere meiner knols, die vor einiger Zeit top quality waren, sind es nicht mehr. Das passiert laufend. Wenn Du meine beiden Kollektionen Parasitology und Parasitologie vergleichst, wirst Du finden, dass fast alle englischen Knols top quality sind, doch nur sehr wenige deutsche, obwohl der Inhalt praktisch identisch ist. Eine Ursache scheint zu sein, dass Deutsche es sich schwer machen, fünf Sterne zu geben, usw. (Beispiele: Amphilinidea, und Aspidogastrea, ein parasitologisches Modell).http://knol.google.com/k/internet-medical-publishing/parasitologie/1bbsle13m97c0/435#http://knol.google.com/k/internet-medical-publishing/parasitology/1bbsle13m97c0/431#

    • Lena Waider

      “Ich hatte vergessen: Mehrere meiner knols, die vor einiger Zeit top quality waren, sind es nicht mehr. Das passiert laufend. Wenn Du meine beiden Kollektionen Parasitology und Parasitologie vergleichst, wirst Du finden, dass fast alle englischen Knols top quality sind, doch nur sehr wenige deutsche, obwohl der Inhalt praktisch identisch ist. Eine Ursache scheint zu sein, dass Deutsche es sich schwer machen, fünf Sterne zu geben, usw. (Beispiele: Amphilinidea, und Aspidogastrea, ein parasitologisches Modell).”Ja, das ist erstaunlich und auffällig (obwohl ich immer fleißig geklickt habe). Habe mir das gerade einmal angesehen. Erst dachte ich noch: “Ist doch klar: Deutsch ist global gesehen eine kleine Sprache, und deshalb kommen auf 5 englische Lobs bestenfalls 1 deutsches.” Aber die Sprachvarianten unterscheiden sich von den Pageviews her kaum (jedenfalls im Mittel). Hast du dafür eine Erklärung?Unter den sonstigen Gegebenheiten (Pageviews) scheint mir deine Erklärung noch die plausibelste zu sein. Vielleicht finden die meisten Deutschen die Werke von jemand anderem grundsätzlich nicht gut. Vielleicht hast du aber auch Negativklicker. Du brauchst nur einmal durchblicken zu lassen, dass du einige Artikel von Volkmar Weiss nicht so schrecklich furchtbar und die von Schwarze Feder nicht so überragend gut findest, wie es eigentlich sein sollte, und schon hast du ein paar negative Klicks.LG Lena

    • Lena Waider

      “Deutsche Artikel werden selten unter Neuem gezeigt.”Auf der deutschen Knol-Startseite werden nur deutsche Artikel angezeigt. Dort gibt es eine Rubrik “Was gibt’s Neues”. Angezeigt werden dort nur deutsche Artikel, die in den letzten 24 Stunden aktualisiert wurden, und deren Erstellungsdatum schon mindestens ein paar Wochen zurückliegt. Ganz neue Artikel erscheinen dort seit einiger Zeit nicht mehr.LG Lena

    • Lena Waider

      “Fernsehen: Nein. Telefon: sporadisch. Fax: nein. Komputer: nein.”Für die Forschung war das bestimmt ideal. Anscheinend sind ja auch ganz wichtige Arbeiten von dir dort entstanden (bzw. hast die Hypothesen dort verifizieren können).”Häuser waren immer sturmgefährdet und es gab keine besonders sicheren Plätze.”Während der Taifun-Zeit hätte ich bestimmt täglich die große Panik bekommen.”Geschäfte gab es nicht, alles musste in Gladstone bestellt werden und kam per Schiff. Sekretärin: sie war die Frau des Werkstattmeisters. Meine Frau machte die Wettermessungen und gab sie durch, was allerdings nicht mehr als eine halbe Stunde dauerte. Sie half mir auch bei meinen Arbeiten (z.B. Tippen meiner Arbeiten) und auf der Station (unbezahlt). Ausserdem machte sie einen Universitätskursus per Korrespodenz.”Gab es denn wenigstens einen Saloon, wo sich abends alle trafen, so wie in Cooktown etwa?”Oft hatten wir interessante Gäste zum Essen im Haus, usw.”Ja, ich las das mit den Nobelpreisträgern. Ich bin zwar kein interessanter Gast, aber an einen mehrwöchigen Australienurlaub dachte ich vor Jahren auch schon mal. Heron Island wäre für mich dabei ein Muss gewesen (sofern realisierbar).LG Lena

    • Klaus Rohde

      Kein Saloon aber eine Bar. Heron Island pro Tag jetzt fast Austr.$ 1000Danke für den Hinweis auf die deutsche Startseite. Ich wusste nicht, dass es die gibt.

    • Lena Waider

      “Heron Island pro Tag jetzt fast Austr.$ 1000″Ups. Das ist heftig. Dafür bräuchte ich einen Sponsor. Werde mich sofort auf die Suche nach einem Millionär machen … *g*LG Lena

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