Die Welt steht am Abgrund. Warum sollen wir sie bewahren? Schafft einen echten Internationalen Gerichtshof !

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Die Welt steht in einer gefährlichen Krise. Der Krieg in Syrien, Iraq, Afghanistan, Libyen, verursacht durch die Destabilierung des gesamten Nahen Ostens infolge der Invasion von Afghanistan und dem Iraq durch die USA und ihre Verbündeten, mit Millionen von Menschen aus der Heimat vertrieben und Schutz in benachbarten Ländern und Europa suchend, ist nur ein Symptom der Krise. Weitere Symptome sind die sich verschärfende Konfrontation der Weltmächte  in Südostasien und der Ukraine, Bürgerkriege in Afrika verursacht durch die Bevölkerungsexplosion, Dürren und Korruption. – Der durch den Menschen verursachte Klimawandel ist eine der tieferen Ursachen der Krise.

Noam Chomsky, der berühmte Wissenschaftler und politische Kritiker, hat die Weltlage mit Bezug auf den Klimaawandel folgendermassen beschrieben:

“Die menschliche Spezies gibt es schon vielleicht seit 100.000 Jahren und sie steht jetzt vor einem einzigartigen Moment in ihrer Geschichte. Diese Spezies ist jetzt an einem Punkt, an dem sich sehr bald entscheiden wird, in den kommenden Generationen, ob das Experiment des sogenannten intelligenten Lebens weitergehen wird oder wir fest entschlossen sind, es zu zerstören. Überwiegend erkennen Wissenschaftler, dass fossile Energieträger im Boden bleiben müssen, damit unsere Enkel eine Zukunft haben. Aber die institutionellen Strukturen unserer Gesellschaft versuchen, jeden Tropfen aus der Erde zu pressen. Die Folgen, die Auswirkungen der vorhergesagten Effekte des Klimawandels für die Menschheit in nicht sehr ferner Zukunft sind katastrophal und wir rasen auf diesen Abgrund zu.”

Vollständiger Artikel hier:

http://de.euronews.com/2015/04/17/noam-chomsky-die-usa-sind-ein-schurkenstaat-europa-ist-extrem-rassistisch/

Es scheint, dass die die heutige Politik bestimmenden Dogmen, d.h. neoliberale Wirtschaftspolitik und parlamentarische Demokratie, korrumptiert durch die extreme Ungleichheit in der Verteilung des wirtschaftlichen Reichtums und Medienkonzentration in den Händen weniger Mogule in den sogenannten westlichen Demokratien, und autoritäre Strukturen in China und Russland, nicht im Stande sind, die Probleme zu bewältigen. Bevölkerungszahlen, vor allem in den armen Ländern Afrikas, steigen rasant an, weil religiöse Dogmen und Stammestraditionen effektive Massnahmen zur Geburtskontrolle unmöglich machen. Die Verschmutzung der Umwelt und Grünhausgas-Emissionen werden immer noch nicht wirksam bekämpft, weil die der Wirtschaftspolitik in den entwickelten Ländern zugrunde liegenden Dogmen dem Vorteil der herrschenden Eliten (Cliquen) dienen, nicht aber der nachhaltigen Entwicklung der Menschheit.

Die menschlichen Verhaltensweisen haben sich über Millionen von Jahren in Anpassung an bestimmte Umweltbedingungen entwickelt, und werden heute mit einer sich immer schneller verändernden Welt konfrontiert. Die menschliche Aggression mag wohl ein evolutionärer Vorteil gewesen sein, solange die Waffen Steinächse oder Pfeile und Bogen waren. Atomwaffen und Pandemien auslösende Mikroben stellen ganz andere Probleme dar. Unser Verhalten mag wohl in der Lage gewesen sein, funktionierende gesellschaftliche Strukturen zu entwickeln, als Populationsgrössen durch regelmässig auftretende Krankheiten begrenzt gehalten wurden, aber das ist anscheinend in sich explosionsartig vermehrenden Massengesellschaften nicht der Fall.

Ein berühmter Evolutionsbiologe antwortete auf die Frage, ob man nach intelligentem Leben im Universum suchen solle, das sei nicht sinnvoll, da Intelligenz  instabil sei, überall im Weltall in Kürze verschwinden werde, und daher nicht nachweisbar sei. – Der berühmte Physiker und Kosmologe Stephen Hawkins warnte vor den Gefahren, die durch intelligente Roboter und genetische Manipulationen von Lebewesen drohen könnten. Zumindest ebenso naheliegend sind die Gefahren, die dadurch drohen, dass nukleares Material, gefährliche Mikroben usw.in die Hände von fanatischen Terroristen fallen, und vor allem dadurch, dass eine Weltmacht von extremen Fanatikern oder inkompetenten Schwachköpfen übernommen wird, wie zwar bereits wiederholt in der Weltgeschichte geschehen, jedoch zu Zeiten als Massenvernichtungsmittel verschiedenster Art noch nicht so gefährlich und  Bevölkerungsgrössen noch nicht so extrem wie heute waren.

Insgesamt also, wir steuern auf eine Katastrophe zu, wenn uns nicht bald etwas Sinnvolles einfällt und durchgesetzt wird.

Was sollen wir tun? Lohnt es sich etwas zu tun? Yang-biu sagt zynisch: “Wenn Du mit einem deiner Haare die Welt retten könntest, gib es nicht her” (zitiert aus Jörg Drews. Tintenfass, Magazin für Literatur und Kunst – Nummer 2, Diogenes 1981, Seite 183).

Selbst wenn intelligentes Leben im Universum kurzlebig und nur sehr selten anzutreffen sein sollte, Leben ist wahrscheinlich nicht selten (Stuart Kaufman: At home in the Universe) und gelegentlich wird es auch zu höherer Intelligenz kommen, vielleicht sogar zu einer solchen, die im universalen Masstab langlebig ist. Wenn  wir einsehen, dass unsere in eine Sackgasse geratene Kultur zum Absterben verdammt ist, warum nicht die Konsequenzen ziehen  und weiter leben wie bisher: immer stärkere Ungleichheit, sich vor den durch Kriege  ausgelössten Massenwanderungen durch Abschottung mittels immer zunehmender Aufrüstung schützen, usw.! Die schliessliche Katastrophe wird sich dann zwar mit Sicherheit einstellen, aber so sei es! Wir wissen ja, dass irgendwo anders im Weltraum eine andere Kultur weitermachen wird! — Oder hat unsere Kultur so viele einzigartige Eigenschaften, dass es sehr wohl wert ist, sie zu bewahren?

Meine Ideen hierzu, sicherlich durch meinen persönlichen Hintergrund geprägt, im folgenden. Andere höhere Kulturen im Weltall haben mit Sicherheit Wissenschaften entwickelt, die der unseren vergleichbar sind, da sie sich sonst nicht hätten entwickeln können. Daher beschränke ich mich hier auf diejenigen kulturellen Aspekte, die mir spezifisch, nicht unbedingt mit dem Überleben einer Kultur verbunden, zu sein scheinen, und ich erwähne nur die absoluten Höhepunkte. Hierzu rechne ich in der Musik die Passionen und Kantaten von Johann Sebastian Bach, die Symphonien Mozarts, Beethovens, Bruckners und Mahlers, unter den Opern Iphigenie auf Tauris von Gluck, Mozarts Don Giovanni und Die Zauberflöte, Beethovens Fidelio und Wagners Opern. — In der Dichtung haben Dante in seiner Göttlichen Komödie,  Shakespeare in seinen Dramen, Goethe in seinem Faust und Gedichten, Dostojewski in seinen Romanen, Brecht in seinen Dramen und Gedichten, Höhepunkte erreicht. — In der Malerei sind die Gemälde/Skulpturen von Michelangelo und Leonardo da Vinci, die Radierungen/Holzschnitte Dürers, Rembrandts und Goyas, die Gemälde von Velazquez, Grünewald (der Isenheimer Altar), Rembrandt, Manet, Degas, van Gogh und Turner solche Höhepunkte. — In der Architektur sind die Moscheen in Iran und vielen anderen moslemischen Ländern zu nennen.

Andere höhere Kulturen im Weltall, wenn es sie gibt, haben sicherlich ihre eigenen Höhepunkte, die nicht unmittelbar mit dem Überleben zu tun haben, aber unsere sind grossartig. Sollen wir sie aufs Spiel setzen, weil regierende Cliquen beschäftigt sind, Reichtum den sie nicht brauchen, anzuhäufen, und damit die Erde ruinieren?

Als ersten Schritt, notwendig um eine grundlegende Wende in der Politik herbeizuführen, schlage ich vor, einen echten Internationalen Gerichtshof einzurichten, der sich nicht darauf beschränkt, korrupte afrikanische Stammeshäuptlinge (Präsidenten) und ähnliche Verbrecher abzuurteilen, sondern diejenigen, die den Kollaps der gesellschaftlichen Strukturen im Nahen Osten mit Millionen Toten und Flüchtlinge verschuldet haben.  – Erzbischof Tuto aus Südafrika hat es öffentlich abgelehnt, an einer Konferenz an der auch Tony Blair teilnahm, teilzunehmen. Grund: sein Mitverschulden an der Nahostkrise. — Interessant auch, dass die Länder, die die grösste Schuld an der Krise tragen, das wenigste taten, um den Flüchtlingen zu helfen. Die USA und Grossbritannien nehmen keine (oder sehr wenige) Flüchtlinge auf, Australien immerhin 12.000 sorgfältig ausgelesene (dagegen Deutschland über eine Million im letzten Jahr allein).

 

Literatur:

Jörg Drews: Neu im Zynischen Wörterbuch”, Tintenfass, Magazin für Literatur und Kunst – Nummer 2, Diogenes 1981.

Stuart Kauffman: At Home in the Universe. The Search for Laws of Self-Organization and Complexity. 1995.

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